Ein typischer Adventskalender zählt nicht alle Tage der Adventszeit ab, die ja bereits am 27. November beginnen kann, sondern nur die 24 Tage vom 1. Dezember bis Heiligabend. In dem besonders populären Schokoladen-Adventskalender versteckt sich hinter jedem Türchen eine süße Überraschung.

Im Gegensatz zu vielen anderen Weihnachtsbräuchen sind Adventskalender eine recht junge Erfindung: die Tradition reicht bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Die ersten, einfachen Kalender waren selbst gebastelt und bestanden aus 24 Bildern, die Tag um Tag an die Wand gehängt wurden, bis Heiligabend erreicht war. Gebräuchlich waren auch andere Zeitmesser wie Weihnachtsuhren oder spezielle Kerzen, die täglich bis zu einer neuen Markierung abgebrannt werden durften. Der Adventskalender dieser Anfangszeit hatte vor allem die Aufgabe, die auf Weihnachten wartenden Kinder mittels kleiner Motivationshilfen zur Folgsamkeit anzuhalten.

Kalender, öffne dich

Wahrscheinlich seit 1902 gibt es gedruckte Adventskalender – das erste Modell hatte die Gestalt einer „Weihnachtsuhr“. Neben den Adventskalendern kamen so genannte Nikolaus-Kalender auf den Markt, deren Tageszählung mit dem 6. Dezember begann. Eine andere, bald folgende Variante waren Abreißkalender. Viele der seinerzeit verbreiteten und sehr vielfältigen Kalender wurden in Sachsen hergestellt.

Etwa im Jahr 1920 wurden die zu öffnenden Fensterchen erfunden, was den Kalendern offenbar einen deutlichen Popularitätsschub verlieh. Zunächst verbargen sich hinter den Fenstern kleine Bilder, bis wahrscheinlich 1958 erstmals gegossene, vielfältig geformte Schokolade eingefüllt wurde. Zu diesen ersten süßen Zeitmessern gehörten beispielsweise die Adventskalender vom Sellmer Verlag. Insgesamt produziert Sellmer seit über 70 Jahren seine beliebten Kalender und hat sich als einziger deutsche Hersteller gänzlich diesem weihnachtlichen Genre verschrieben.

Adventskalender