Der erste Adventskranz trug 24 Kerzen, je eine für jeden Dezembertag bis Heiligabend, und hatte damit Ähnlichkeiten mit einem Adventskalender. Sein Erfinder war der Theologe und Erzieher Johann Hinrich Wichern, der in Hamburg das „Rauhe Haus“ gründete, eine Betreuungsanstalt für arme und verwahrloste Kinder der Hansestadt. In diesem Rauhen Haus hängte er 1839 einen hölzernen Adventskranz mit 19 roten und vier weißen Kerzen auf.

Einige Jahre später wurde das Holzrad erstmals mit Tannengrün verziert. Heutige Adventskränze bestehen meistens ganz aus Tannenzweigen und Gesteckelementen und tragen nur noch vier Kerzen – eine für jeden Adventssonntag. Je nach regionaler christlicher Tradition haben die Kerzen unterschiedliche, an die christliche Lithurgie angepasste Farben. Zum Beispiel verwenden die Katholiken Irlands sogar fünf Kerzen auf dem Adventskranz: drei violette, eine rosa und eine weiße Kerze.

Adventskranz-Rekorde

Übrigens stritten in den vergangenen Jahren mehrere Städte um das Prädikat, in der Vorweihnachtszeit den größten Adventskranz der Welt aufzustellen. Hierzulande die größte Tradition mit den Riesenkränzen hat vermutlich Kaufbeuren (im bayerischen Allgäu). Der Kaufbeurer Adventskranz wird aus Weißtannen-Zweigen gewickelt, wiegt rund zwei Tonnen und erfreut bis zum Dreikönigstag Schaulustige.

Gelegentlich konnten Zweibrücken im Saarland und das hessische Bad Nauheim noch größere Kränze präsentieren. Wahrhafte Kranzgiganten, gegen die die deutschen Konkurrenten geradezu mickrig wirken, meldeten Kanada (80 Meter Durchmesser) und Slowenien (100 Meter). Seit 2017 gebührt der Rekord wohl dem Schweizer Örtchen Mosnang mit einem 120-Meter-Adventskranz. Ob dieses Gebilde – mit Neonröhren statt Kerzen und einer Eisbahn im Zentrum – wirklich weihnachtlich oder doch nur ein kurzatmiger Marketing-Gag war, lässt sich diskutieren.

Adventskranz