Weihnachten unter Palmen: Wo der Weihnachtsmann im Surfbrett kommt

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Während wir in Deutschland bei Lebkuchen und Kerzenschein auf die ersten Schneeflocken hoffen, sieht die Realität in anderen Teilen der Welt ganz anders aus. Für Millionen von Menschen ist Weihnachten untrennbar mit Sonnenschein, Grillgerüchen und Strandbesuchen verbunden.

Auf der Südhalbkugel fällt das Fest der Liebe nämlich mitten in den Hochsommer. Wenn Sie wissen wollen, wie man „Stille Nacht“ bei 30 Grad singt und warum der Truthahn dort oft im Picknickkorb landet, begleiten Sie uns auf eine sonnige Reise rund um den Globus.

Warum feiern manche Länder im Sommer?

Die Antwort liefert die Astronomie: Da die Erdachse geneigt ist, neigt sich die Südhalbkugel im Dezember der Sonne zu. Während wir auf der Nordhalbkugel die Wintersonnenwende erleben, genießen die Menschen in Australien, Südamerika und Teilen Afrikas die Sommersonnenwende.

Das bedeutet: Weihnachten fällt dort auf die längsten und heißesten Tage des Jahres. Statt dicker Wollpullis trägt man dort Badehose, und statt Schlittenfahrt steht Surfen auf dem Programm.

Die Klassiker: Australien und Neuseeland

Australien ist wohl das bekannteste Beispiel für ein sommerliches Weihnachtsfest. Hier vermischen sich britische Traditionen mit dem entspannten „Aussie“-Lifestyle.

  • Carols by Candlelight: Tausende Menschen versammeln sich in Parks auf Picknickdecken, um gemeinsam Weihnachtslieder zu singen – unter freiem Sternenhimmel und bei lauen Sommertemperaturen.
  • Der Strandbesuch: Der erste Weihnachtsfeiertag (25. Dezember) wird oft am Strand verbracht. Am berühmten Bondi Beach in Sydney sieht man dann hunderte Weihnachtsmänner in Badeshorts surfen.
  • Das Menü: Schwere Braten rücken in den Hintergrund. Stattdessen gibt es „Seafood-Barbecues“ mit Garnelen und Fisch. Als Nachtisch ist die Pavlova (eine Baisertorte mit frischen Früchten) der absolute Star.
  • Neuseeland: Hier blüht pünktlich zum Fest der Pōhutukawa-Baum. Wegen seiner leuchtend roten Blüten wird er auch der „neuseeländische Weihnachtsbaum“ genannt.

Südamerika: Feuerwerk und Familienfeste

In Ländern wie Brasilien oder Argentinien wird Weihnachten leidenschaftlich und laut gefeiert. Da die Mehrheit der Bevölkerung katholisch ist, spielt die Mitternachtsmesse eine große Rolle, doch danach wird es sommerlich-festlich.

  • Brasilien: In Rio de Janeiro steht oft der weltweit größte schwimmende Weihnachtsbaum (im Rodrigo de Freitas-See). Nach dem Festmahl geht es oft an die Copacabana, um bei Feuerwerk und Samba das Leben zu feiern.
  • Argentinien: Hier ist es Tradition, um Mitternacht „Globos“ steigen zu lassen – Papierlaternen, die den Nachthimmel erhellen. Gegessen wird oft Vitel Toné (Kalbfleisch mit Thunfischsauce), ein Gericht, das kalt serviert wird und perfekt zur Hitze passt.

Südafrika: Weihnachten im Freien

In Südafrika fällt Weihnachten mitten in die Sommerferien. Die Sonne brennt, und die Natur steht in voller Blüte.

  • Braai: Das südafrikanische Barbecue darf an Weihnachten nicht fehlen. Familien grillen im Garten oder in Nationalparks.
  • Blumenschmuck: Da Tannenbäume in der Hitze schnell nadeln, schmücken viele Südafrikaner ihre Häuser mit prachtvollen Sommerblumen wie der Hortensie.

Skurrile Traditionen: Wenn der Schnee fehlt

Wie schafft man Weihnachtsstimmung ohne Eisblumen? Viele Länder auf der Südhalbkugel haben kreative Wege gefunden:

  1. Kunstschnee: In vielen Einkaufszentren in Australien oder Singapur wird mit Schaumkanonen „Schnee“ simuliert, damit die Kinder zumindest einmal das Gefühl von weißer Weihnacht erleben.
  2. Der „Christmas in July“: Weil viele Australier die gemütliche Winterstimmung vermissen, feiern sie im Juli (wenn es auf der Südhalbkugel Winter ist) ein zweites, inoffizielles Weihnachten mit Braten und Kaminfeuer.
  3. Lichterketten: Da es im Sommer erst sehr spät dunkel wird, beginnen die spektakulären Beleuchtungen an den Häusern oft erst nach 21 Uhr ihre volle Wirkung zu entfalten.

Fazit: Gefühl schlägt Wetter

Egal ob bei -10 Grad in den Alpen oder bei 35 Grad am Strand von Rio: Das Wesen von Weihnachten bleibt gleich. Es geht um das Zusammenkommen der Familie, um Nächstenliebe und um das Innehalten.

Vielleicht ist die Vorstellung, den Heiligen Abend mit einem kühlen Getränk im Liegestuhl zu verbringen, gar nicht so schlecht? Es zeigt uns jedenfalls, dass die „besinnliche Zeit“ keine Frage der Temperatur ist, sondern eine Frage der Einstellung.

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