Montagmorgen Konferenz in Barcelona. Donnerstagabend letztes Meeting. Rückflug: nicht Freitag, sondern Sonntag. Zwei Tage Gaudí, Tapas, Strand. Auf Kosten des eigenen Urlaubskontos — aber kombiniert mit dem Flug, den das Unternehmen bezahlt hat.
Das ist Bleisure in seiner einfachsten Form. Kein Programm, kein Veranstalter, keine Buchungsplattform mit eigenem Markennamen — nur eine Entscheidung, die immer mehr Berufstätige treffen: den nächsten Arbeitstermin in einer anderen Stadt nicht als logistisches Problem zu behandeln, sondern als Gelegenheit.
83 Prozent der Geschäftsreisenden geben an, im vergangenen Jahr mindestens eine Bleisure-Reise gemacht zu haben. 89 Prozent wollen ihren nächsten Geschäftstrip um Freizeittage verlängern. 55 Prozent haben 2024 mindestens zwei solcher kombinierten Reisen unternommen. Der globale Bleisure-Markt wurde 2023 auf 594 Milliarden Dollar geschätzt — bis 2033 soll er auf 3,5 Billionen Dollar wachsen.
Das Phänomen ist nicht neu — der Begriff wurde bereits 2009 vom Future Laboratory geprägt. Was sich verändert hat, ist die strukturelle Grundlage dafür.
Remote und hybride Arbeit haben die Grenze zwischen dem Arbeitsort und dem Aufenthaltsort aufgehoben. Wer von überall arbeiten kann, kann auch von überall verlängern. Wer seinen Laptop dabei hat, ist am Montag nach dem Wochenende genauso erreichbar wie zuhause — egal ob aus dem Hotelzimmer in Amsterdam oder vom Café in Lissabon.
Marriott berichtet, dass Geschäftsreisende 2025 durchschnittlich 20 Prozent länger bleiben als in den Vorjahren. American Airlines nennt Bleisure das am schnellsten wachsende Segment im Geschäftsreisebereich. 73 Prozent der Arbeitnehmer sehen Bleisure als Mitarbeiterbenefit — 59 Prozent der Generation Z wählen die Arbeitgeber gezielt danach aus, ob flexible Bleisure-Richtlinien bestehen. Wer Bleisure erlaubt, zahlt kaum mehr — die Flugkosten entstehen ohnehin.
Bleisure ist kein anderes Verkehrsmittel und kein anderes Hotel. Es ist eine andere Haltung gegenüber der Reise — und die unterscheidet sich in messbaren Verhaltensweisen:
| Merkmal | Klassische Geschäftsreise | Bleisure |
| Aufenthaltsdauer | Minimal — An- und Abreise eng getaktet | Verlängert — Freizeittage angehängt |
| Destinationswahl | Durch Termin bestimmt | Termin als Anlass, Destination als Bonus |
| Ausgabeverhalten | Firmenbudget dominant | Firmenbudget + privater Zusatzkonsum |
| Unterkunftspräferenz | Tagungshotel, Nähe Kongresszentrum | Lifestyle-Hotel, Stadtlage, lokale Atmosphäre |
| Begleitung | Allein | Partner, Kinder zunehmend häufig mitgebracht |
| Aktivitäten | Keine oder minimal | Sightseeing, Gastronomie, Kulturprogramm |
Besonders relevant: 29 Prozent aller Bleisure-Reisen sind international. Der Großteil — 71 Prozent — ist die Inlandsreise. Das bedeutet: Bleisure ist kein Fernreise-Phänomen. Hamburg, München, Frankfurt, Leipzig — jede Stadt mit Kongressinfrastruktur ist potenzieller Bleisure-Ort, und über 80 Prozent der deutschen Geschäftsreisenden betreiben Bleisure bereits aktiv.
Hier liegt das eigentliche Paradox: 70 Prozent der deutschen Tourismusanbieter haben noch keine spezifischen Bleisure-Produkte entwickelt. Nur 28 Prozent kooperieren mit Partnern, um dieser Zielgruppe gebündelte Angebote zu machen. Der Markt existiert — das Angebot fehlt.
Was Bleisure-Reisende suchen, ist nicht das Kongressmenü im Hotelrestaurant. Es ist der Abend danach — ein Restaurant ohne Reservierungspflicht, eine Bar bis elf, ein Museumsbesuch zwischen letztem Meeting und Abendessen. Wer mobil genug ist, um spontan zu entscheiden, braucht Angebote, die spontane Entscheidungen ermöglichen.
Digitale Angebote profitieren von dieser Logik direkt. Die mobile Applikation unter https://slotoro.bet/de-de/mobile-application bedient genau den Moment zwischen Meeting-Ende und Schlafenszeit — wenn ein Bleisure-Reisender allein im Hotelzimmer sitzt und zwei Stunden hat, die ihm gehören. Nicht jeder füllt sie mit Sightseeing. Viele füllen sie mit Entertainment, das ohne Planung, ohne Reservierung funktioniert.
Die meisten Unternehmen haben keine explizite Bleisure-Politik. Das ist regulatorisch und steuerlich riskant: Wer private Reisetage an eine Dienstreise anhängt, muss klären, wer bei Unfällen haftet, welche Kosten das Unternehmen trägt und wie gemischte Buchungen steuerlich behandelt werden.
Tools wie Navan trennen geschäftliche und private Ausgaben automatisch und setzen Reiserichtlinien am Buchungspunkt durch — ohne dass der Arbeitgeber private Buchungen des Mitarbeiters einsieht. 73 Prozent der Mitarbeiter sehen Bleisure als Perk — Unternehmen, die es aktiv als solchen positionieren, gewinnen einen Rekrutierungsvorteil ohne nennenswerte Mehrkosten.
Damit eine Destination Bleisure-Reisende wirklich abholt, braucht es mehr als einen Konferenzsaal und ein Stadthotel. Was diese Zielgruppe konkret erwartet:
Traditionelle Metropolen verlieren gegenüber kleineren, kulturell reichen Destinationen an Attraktivität. Porto statt Lissabon, Bilbao statt Barcelona, Leipzig statt Berlin — der Trend geht zu Orten, die Authentizität bieten statt überlaufene Touristeninfrastruktur.
Das ist für Destination-Marketing eine Chance. Städte, die bisher nicht als Bleisure-Ziele positioniert waren, können es werden — wenn sie verstehen, dass diese Zielgruppe nicht das Touristenprogramm sucht, sondern das echte städtische Leben nach Feierabend. Bleisure wächst, weil Arbeit und Leben sich zunehmend durchdringen. Wer das als neue Form der Work-Life-Integration versteht, reist — und lebt — besser.
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