Schon im Mittelalter war der Weihnachtskarpfen ein verbreitetes Festessen zum Heiligen Abend, dem 24. Dezember. Im Gegensatz zum Gänsebraten, der erst zum ersten Weihnachtstag, dem 25. Dezember, auf dem Speiseplan stand, war der Zuchtfisch auch während der Fastenzeit gestattet. Gemäß christlichem Brauch ging dem Weihnachtsfest eine 40-tägige Fastenzeit voran, in der die Gläubigen kein Fleisch verzehren sollten. Alternativ zum Karpfen wurde im Mittelalter zu Weihnachten ebenfalls gerne Hecht serviert.

Christliche und heidnische Symbolkraft

Mit dem Karpfen verbinden sich einige christlich-mythologische Vorstellungen. Beispielsweise sollen nach überliefertem Glauben die zusammengesetzten Kopfknochen des Fisches eine Gestalt formen, die an den Heiligen Geist erinnert. Außerdem gibt es einen alten „heidnischen“ Brauch, eine Karpfenschuppe aufzubewahren, damit das neue Jahr viel Geld einbringt. In Schlesien legten Menschen übrig gebliebene Fischgräten an Obstbäume – in der Hoffnung auf eine reiche Obsternte in kommenden Jahr.

Der Karpfen zu Weihnachten, wie er heute auf dem Speiseplan steht, stammt meist aus heimischen Zuchtgewässern. Serviert wird er als „Karpfen blau“ mit Salzkartoffeln und Meerrettichsauce, oder auch gefüllt oder in gebratene Stücke zerteilt.

Der Karpfen biologisch

Übrigens stammt der Karpfen eigentlich aus Osteuropa und wurde schon in der Antike als Speisefisch geschätzt. Wahrscheinlich hielten bereits die Römer Karpfen. Heute ist die Art fast weltweit verbreitet. Oft verdrängt der Karpfen in seinen neuen Lebensräumen die dort früher vorhandene Artenvielfalt und ist daher nicht immer beliebt.

Die Wildkarpfen erreichen meist bis zu 40 Zentimeter Länge, können in Ausnahmefällen oder in der Zucht auch wesentlich größer werden. Sie ernähren sich vorwiegend von Kleinlebewesen wie Plankton, Insektenlarven und Schnecken. Zur Fortpflanzung legt das Weibchen etwa 1,5 Millionen Eier ab.

Karpfen: Weihnachtsmahl am Heiligen Abend