Es gibt glaubhafte Hinweise darauf, dass sich die Datumsfestlegung des Weihnachtsfestes direkt oder indirekt an der Wintersonnenwende orientierte. Die Wintersonnenwende markiert den Tag, an dem die Sonne die geringste Mittagshöhe über dem Horizont erreicht und das Tageslicht in unseren Breiten am kürzesten scheint. Ab diesem Datum werden die hellen Tage langsam wieder länger.

Die Wintersonnenwende wird nach den astronomischen Fakten berechnet – mit dem bloßen Auge lässt sich der Termin kaum exakt feststellen. Eine zusätzliche Schwierigkeit liegt darin, dass der früheste Sonnenuntergang etwa zehn Tage vor Weihnachten eintritt, der späteste Sonnenuntergang dagegen eine Woche nach Weihnachten. Die Wintersonnenwende ist also nur per Saldo der kürzeste Tag. Dieses Phänomen nennt sich „Zeitgleichung“.

Historische Sonnenwendfeiern

Das römische Reich beging den Festtag des Sonnengottes Sol invictus zur Wintersonnenwende, die damals nach dem Julianischen Kalender auf den 25. Dezember fiel. Nach zwischenzeitlicher Einführung des Gregorianischen Kalenders hat sich das Datum bis heute auf den 21. bzw. 22. Dezember (beide Termine sind möglich) verschoben. Die kürzeste Nacht des Jahres galt in heidnischen und christlichen Traditionen auch als Raunacht, die besondere Vorkehrungen gegen böse Geister und Schicksalsfügungen notwendig machte.

Viele frühe Kulturen bemühten sich darum, astronomische Phänomene wie Sonnenwenden genau zu beobachten und vorherzusagen. So ist beispielsweise der weltberühmte Steinkreis von Stonehenge im Hinblick auf die Sommersonnenwende ausgerichtet. Wissenschaftler nehmen an, dass viele Kulturen Himmelserscheinungen mit göttlichem Wirken in Verbindung sahen – auch wenn sich Riten und Religionen heute kaum noch entschlüsseln lassen.

Wintersonnenwende