Die ersten deutschen Weihnachtslieder, die seinerzeit ausschließlich in christlichen Messen gesungen wurden, entstanden im Mittelalter. In manchen Fällen mischten sich deutsche Texte und lateinische Hymnen. Als frühestes deutsches Werk überhaupt gilt „Joseph, lieber Joseph mein“, das etwa 1305 entstanden ist. Bei zahlreichen späteren Weihnachtsliedern wurden traditionelle Volkslieder bzw. überlieferte Melodien mit christlichen Texten umgeschrieben.

Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden besonders viele, noch heute sehr bekannte Weihnachtslieder, so auch das in zahllose Sprachen übersetzte „Stille Nacht, heilige Nacht„. War bis dahin fast ausnahmslos Christi Geburt textliches Leitmotiv, kamen in Zeiten nachlassender Frömmigkeit auch Lieder mit romantischem Naturbezug in Mode, beispielsweise „O Tannenbaum„. Manches, das heute als Weihnachtslied gilt, hat keinen christlichen Hintergrund, sondern beschreibt Winterstimmungen, ohne Weihnachten ausdrücklich zu erwähnen.

Weihnachtsgedichte

Neben Weihnachtsliedern hat die Zeit ebenfalls zahllose Weihnachtsgedichte und -geschichten hervorgebracht. Recht bekannt sind beispielsweise die Gedichte „Advent“ von Rainer Maria Rilke und „Knecht Ruprecht“ von Theodor Fontane. An Kinder wenden sich Weihnachtsgedichte wie „Dezember“ von Erich Kästner und der Klassiker „Lieber, guter Weihnachtsmann“, dessen ursprünglicher Autor unbekannt ist. Ebenfalls von Kästner stammt die sinnreiche Umdichtung „Morgen, Kinder, wird’s nichts geben!“ Ob Weihnachtslieder oder weihnachtliche Gedichte – das große christliche Fest hat viele Schriftsteller und Poeten dazu angeregt, ihr Bestes zu geben.

Weihnachtslied: Klassiker aus dem 19. Jahrhundert