Christstollen


Der Christstollen ist das vielleicht populärste Weihnachtsgebäck. Die Stollen bestehen typischerweise aus einem Hefeteig mit Butter oder Margarine sowie einem reichlichen Anteil an Rosinen, Orangeat und Zitronat. Dazu kommen allerlei Gewürze wie Anis, Kardamom, Koriander, Piment, Vanille, Zimt und Zitrone. Benannt nach weiteren typischen Zutaten sind die Stollen-Variationen wie Mandel-, Marzipan-, Mohn- oder Nussstollen.

Der Christstollen aus Dresden ist wohl der berühmteste Vertreter seiner Art. Im sächsischen Volksmund “Striezel” genannt, ist er damit zugleich Namensgeber des bekannten Dresdner Weihnachtsmarktes, der jedes Jahr wieder Touristen aus aller Herren Länder anzieht. Die Dresdner Weihnacht sieht dabei auf eine lange Tradition zurück.

Mit seinem weißen Überzug aus Puderzucker soll der Christstollen – so die wahrscheinlichste Deutung – ein in Windeln gewickeltes Kind symbolisieren. Dabei soll es sich allerdings nicht um das Jesuskind handeln, sondern das Gebäck soll an den Kindesmord von König Herodes erinnern. Herodes ließ laut Neuem Testament alle Neugeborenen in Bethlehem töten, weil er Jesus Christus als neuen “König der Juden” fürchtete.

Schon im 14. Jahrhundert war der Christstollen ein Fastengebäck, das auch während der Fastenzeit im Advent verzehrt werden durfte. Daher hatte er andere, weniger üppige Zutaten als heute. Statt Butter durften die Bäcker damals nur Rüböl verwenden. Wohl im Jahr 1491 hob Papst Innozenz VIII. das generelle Butterverbot gegen eine Geldzahlung auf.