Der wohl allererste Christbaumschmuck waren Äpfel, die an so genannten Paradiesbäumen hingen. Die Paradiesbäume fanden im Mittelalter Verwendung bei den kirchlichen, am 24. Dezember stattfindenden Paradiesspielen und gelten als Vorläufer unserer Weihnachtsbäume. Die Äpfel der ersten Weihnachtsbäume waren häufig vergoldet oder versilbert. Außerdem waren die Bäume mit allerlei anderen Leckereien geschmückt, zum Beispiel Gebäck und Nüssen. Im 18. Jahrhundert kam es in Mode, aus einem Teig namens Eierzucker vielfältige Formen zu backen und zu bemalen. In späterer Zeit wurden dann auch Spekulatius und Lebkuchen in den Baum gehängt.

Zunehmende Vielfalt im 19. Jahrhundert

Der Christbaumschmuck war in den meisten Fällen echte Handarbeit und wurde von den Familien zu jedem Fest neu hergestellt. Das gilt für das Gebäck ebenso wie für die Basteleien aus Papier und Pappe. Erst im Laufe der 19. Jahrhunderts waren die ersten gewerblichen Dekorationselemente zu kaufen. Die gläsernen Christbaumkugeln wurden wahrscheinlich 1847 erfunden, das Lametta im Jahr 1878. Als erster Weihnachtsstern gilt der Herrnhuter Stern. In seiner ursprünglichen Ausführung mit 110 Spitzen war er womöglich zu unhandlich für einen Christbaum – während die moderne Ausführung mit 25 Spitzen bequem auf jeden Baum passt.

Kerzen gab es am Weihnachtsbaum bereits seit dem 17. Jahrhundert, waren allerdings zunächst sehr teuer und erst nach der Erfindung von Stearin und Paraffin im 19. Jahrhundert für breite Bevölkerungsschichten erschwinglich. Heute haben die Christbaumkerzen große Konkurrenz durch Lichterketten bekommen – ohne Wachsduft, aber sicher und fast genauso schön.

Christbaumschmuck