Laut Überlieferung durch das Lukasevangelium lag das neu geborene Jesuskind im Stall von Bethlehem in einer Futterkrippe. Diese Szene wurde schon im frühen Christentum auf Bildern dargestellt und schuf die Grundlage für eine lange Krippentradition. Als Weihnachtskrippe bezeichnet man heute das gesamte Figurenensemble, das die Weihnachtsgeschichte darstellt.

Die erste Krippe, in der Art wie wir sie heute kennen, sollen die Jesuiten 1562 in Prag aufgestellt haben. Das Ziel war, biblische Inhalte für die Gläubigen plastisch und anschaulich darzustellen. Im Barock entstanden immer aufwändigere und prächtigere Weihnachtskrippen, die nicht nur in den Kirchen, sondern auch bei adligen Familien ihren Platz fanden. Vor allem in Süddeutschland des 17. Jahrhunderts setzte sich die Krippe überall durch und wurde zu einem Zentrum des Weihnachtsbrauchtums. Besonders beliebt waren Krippenvorbilder aus dem italienischen Neapel.

In der katholischen Tradition wird die leere Krippe am 1. Advent aufgestellt, bis an Weihnachten Jesus, Maria und Josef hinzukommen. Erst am Dreikönigstag (6. Januar) folgen die Heiligen Drei Könige. Heute stellte man – insbesondere in evangelischen Gegenden – die ganze Krippe einige Tage vor Weihnachten auf.

Krippe